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"Jens gewinnt bei Heike's Marathon-Debut"

2. Roman Karczewski Gedenklauf

Heide Ultra Trail (HUT)

31.03.2018

Bericht von Zenon Karczewski

20.08.2017 2. Roman Karczewski Gedenklauf Am Karfreitag treffen wir uns mit Gerald auf dem Parkplatz am Moritzburg-Pillnitzer Weg in der Dresdner Heide und starten unsere "Wanderung" auf der Strecke des morgigen 2. Roman Karczewski Gedenklaufs (Heide Ultra Trail). Ausgestattet mit 3 grossen Beuteln mit Sägemehl markieren wir sorgfältig jede Kurve und jede Verzweigung, damit sich morgen niemand verläuft. Ein kleiner Schnaps am Anfang und dann noch ein Glühwein auf dem Konzertplatz in Bühlau sorgen bei uns für beste Stimmung an diesem schönen, sonnigen und warmen Frühlingstag. Schade, dass es morgen laut Wetterbericht nicht mehr so schön bleiben soll. Wir machen uns Sorgen, dass es sogar regnen und dadurch unsere Markierung Schaden nehmen könnte.

Als ich am nächsten Morgen um halb neu wieder am Start ankomme (nachdem die Verplegungs-stelle bei Kilometer 5 aufgebaut wurde), ist es zwar etwas kühler als am Vortag aber zum Glück immer noch trocken. Mirko, Tina, Christin, Jens, Christian mit Tochter Louisa und Steffen sind schon da. Bald kommen Gerald, Heike und Henrik. Ich freue mich, als ich auf einmal Mario Renner sehe. Er kann zwar nicht mitlaufen, es ist aber eine schöne Geste von ihm, der Roman gut kannte, hier am Start dabei zu sein. Kurz vor neun tauchen - begleitet von meiner Tochter Anna - die Teilnehmerinnen des Kinderlaufs Amy und Fiona auf. Pünktlich um 9:00 Uhr startet der Kinderlauf. Es ist eine kleine Runde von ca. 400 Metern. Die Zwillinge schlagen sich wacker und kommen - wie bei anderen Läufen auch sonst immer - zeitgleich ins Ziel. Es gibt für sie Siegerpreise, Medaillen und Urkunden.

Um 9:05 startet der Hauptlauf. Schon nach ca. 100 Metern kommt der erste, kleine "Berg". Davon wird es noch 2 weitere am Ende der Runde geben. Ansonsten ist die Strecke aber flach und angenehme zu laufen.

Ich laufe mit Steffen am Ende des Feldes. Er ist auch diesmal wieder dabei. Es freut mich dass er trotz familiärer Verpflichtung und einer Achillessehnen-verletztung die Zeit gefunden hat, wenigstens eine Runde mit zu laufen. Später wird mich Mirko fragen, woher ich Steffen kenne. Ich werde ihm erzählen, dass wir uns schon seit fast 30 Jahren kennen und sehr viele Läufe zusammen gelaufen sind. Auch viele Reisen haben wir zusammen unter-nommen. Da war zum Beispiel der 100. Boston-Marathon im Jahr 1996. Zwischen 2004 und 2008 haben wir drei unverges-sliche, sportlich-ornitrollogische Reisen nach Spanien nach Sevilla, Valencia und Lissabon unternommen. In der letzten Zeit sehen wir uns etwas seltener. Um so schöner ist es, wenn man sich wieder trifft. Wir unterhalten uns mit Steffen über das "Laufen im Alter", über die Gesundheit, über Ornitrollogie, über Kai Wiese, den ich auch gerne bei diesem Lauf dabei hätte und über viele andere Sachen.

Inzwischen sind wir bei Kilometer 3. Die grössere Gruppe mit Louisa, Tina, Gerald, Heike und Christin mit ihrem Hund (Foto) ist noch direkt vor uns. Christian und Jens laufen offenbar etwas schneller und sind nicht mehr zu sehen.

Nach weiteren anderthalb Kilometern folgt die erste Verpflegungsstelle auf dem 2 Quadratmeter grossen Terrain des neuen Landes Trollandia, das ich erfunden habe, um den Lauf für Länderpunkt-Sammler attraktiv zu machen. An der Verpflegungsstelle gibt verschiedene Getränke: Wasser, Cola, Iso und viel zu essen: Bananen, Äpel, Blutorangen, Müsliriegel, Schokolade, Rosinen bis hin zu defitigeren Sachen wie Käse, Wurst und Fettbemmen (Foto). Jeder vorangemeldete Läufer hat seinen persönlichen, mit seinem Namen versehenen Becher. Wir treffen hier die Gruppe, die direkt vor uns war. Es wird in aller Ruhe gegessen und getrunken, Niemand hat Zeitdruck, die Stimmung ist bestens. Die Verpflegunsstelle ist "verkehrstechnisch" gut gelegen, direkt an der Radeburger Strasse. Als wir uns wieder in Bewegung setzen und diese Strasse überqueren, kommt uns Christian entgegen.

Er hätte sich verlaufen -meint er - und diese Stelle wäre nicht gut markiert. Direkt nach der Strassenüberquerung muss hier scharf nach links abgebogen werden.

Diese Kurve hatten wir gestern mit Gerald sehr deutlich markiert, auch mit einem zusätzlichen dicken, durchgehenden Strich, der das Geradeaus-Laufen verhindern sollte. Leider muss hier ein böswilliger Heide-Spaziergänger diese Markierung entfernt haben (alle anderen waren zum Glück immer noch im guten Zustand und es gab auf der ganzen Runde keine weiteren "Verläufer"). Ich hätte doch schon bei dieser Auflage (wie mir Mirko empfohlen hatte) und nicht erst im August eine dauerhaftere Markierungs-Methode wählen sollen. Für den 3. Roman Karczewski Gedenklauf, der am 26.8.2018 stattfinden wird, werden wir eine Farbmarkierung an den Bäumen vornehmen. Ich freue mich jetzt schon auf diese Aktion, die wir wieder mit Gerald durchführen werden. Gestern hatten wir ja so viel Spass. Zusammen mit Steffen absolviere ich die erste Runde. Nach 10,85 Kilometern treffen wir wieder alle auf dem Parkplatz. Überraschend für mich muss Christian wegen Schmerzen in der Hüfte aufhören. Schade.

Wir verabschieden ihn und seine Tochter Louisa, genauso wie Steffen. "Viele Grüsse an Betina" - sage ich noch zum Abschied - "und hoffentlich bis bald". Ich esse noch etwas. Inzwischen sind alle Läufer weg. Ich starte alleine in die zweite Runde und brauche fast 3 Kilometer bis ich die anderen einhole. Bei Kilometer 3 schneide ich einfach die spitze Rechts-Kurve und bin plötzlich auf Platz 2 (Jens ist schon weit weg). "Überholen ohne einzuholen" - sage ich und mache mehrere Fotos von der mir entgegen-kommenden Gruppe (Foto).

 

Auf schnelles Laufen habe ich heute jedoch keine Lust. Vor einer Woche bin ich den 30-km-Schneeglöcken-Lauf in 2:45:23 gelaufen und hatte noch bis vorgestern Muskelkater davon. Ich bleibe daher bei Mirko und geniesse sein "Wohlfühl-Tempo". Die anderen bleiben allerdings direkt vor uns. Zwischen Kilometer 17,5 und 19,5 folgt ein schöner Streckenabschnitt am Mordgrundwasser entlang. Bevor es am Ende steil bergab geht, halte ich das Feld kurz an, laufe vor und mache anschliessend ein paar Fotos von unten. Dies ist wegen dem Gefälle, der Steine und der hervorstehenden Wurzeln die gefährlichste Stelle der Strecke (Foto).

Die folgenden 2 Kilometer laufe ich bis zum Parkplatz zusammen mit Tina. Ich zeige ihr die "berühmte" Stelle, wo Christian im Vorjahr gestürzt ist. Schade, dass er nicht mehr dabei ist.

Wir haben uns mit Gerald gestern vorgenommen, auf diesem Streckenabschnitt, speziell auf der letzten Runde unserem "Sturz-Troll" (s. auch Bericht vom Südthürigentrail) kräftig unter die Arme zu greifen (auch wenn das wegen der Grössenunterschiede nicht so einfach wäre).
Mit Tina bewältigen wir die beiden kurz aufeinander folgenden "Berge" bei Kilometer 20. Danach geht es nur noch bergab Richtung Ziel. Auf dem Parkplatz angekommen, schaut Tina auf ihre GPS-Uhr und meint, dass sie noch 100 Meter bis zum Halbmarathon nachlaufen müsste. Es zeigt sich, wie unterschliedlich die GPS-Technik arbeitet, denn bei mir werden schon 21,7 Km angezeigt und Mirko's Uhr zeigt noch etwas anderes. Wir verabschieden die Halbmarathon-Teilnehmerinnen und gehen mit Mirko auf die dritte Runde. Gerald, Heike und Hernik sind schon lange weg. Wir werden sie bis zum Ziel nicht mehr sehen.

Ich erzähle Mirko von meiner "Taktik", die ich neulich beim Baff-Marathon angewendet hatte: die ersten beiden Runden locker absolvieren, die dritte Runde irgendwie überleben und auf der vierten Runde nur noch einfach ins Ziel "rollen". Die Hälfte des Plans ist geschafft, jetzt kommt also die kritische dritte Runde.

Wir laufen langsam, gehen ab und zu ein Stück und unterhalten uns viel. Mirko erzählt mir u.a vom Südthüringen-trail, den er zusammen mit Tina organisiert. Die zweite Auflage wird in diesem Jahr am 8.09.2018 stattfinden und Teil des German Trail Running Cups 2018 sein. Es gehört schon eine ganze Menge (auch Geld) dazu, einen grossen Lauf zu organisieren. Wie es mit unserem Roman Karczewski Gedenklauf weiter gehen wird , weiss ich noch nicht. Heute freue ich mich einfach, dass wir die Teilnehmerzahl im Vergleich zum Vorjahr verdoppeln konnte und alle Teilnehmer vom ersten Lauf wieder dabei sind. Das Wetter ist heute zum Laufen perfekt. Es ist immer noch trocken und bei ca. 8 Grad auch nicht zu kühl. Als wir an der Verpflegungsstelle bei Kilometer 26 verweilen, kommt eine Gruppe Wanderer vorbei. Sie zeigen sich interessiert und fragen nach dem Lauf. Wir laden sie ein, sich an dem immer noch reichlich gedeckten Tisch zu bedienen.

Anschliessend laufen wir weiter. Die Zeit vergeht schnell, wir bewältigen kontinuierlich einen Kilometer nach dem anderen. "Sind wir schon wirklich auf der dritten Runde?" - frage ich Mirko irgendwann mal. Bald kommen wir nochmal am Parkplatz vorbei, danach geht es laut meiner Taktik nur noch bergab.

Schnell ist wieder die Verpflegungsstelle bei Kilometer 37 erreicht. Ich nehme mir wieder Zeit, trinke und esse viel. Mirko will aber heute unbedingt unter 6 Sunden bleiben. "Das ist eine richtige Medoc-Zeit" - sage ich - und erzähle Mirko von der Marathonreise nach Frankreich, die wir 2008 mit Roman unternommen haben. "Lass Dir Zeit" - sagt Mirko nach einer Weile - "ich mache schon mal los". Einige Minuten später bin ich auch soweit und will ihm folgen. Ich überquere die Strasse, biege nach links und dann nach rechts ab (Foto nebenan) und komme auf das flache 2 Km lange Geradeausstück. Ich kann weit nach vorn schauen aber von Mirko ist weit und breit nichts zu sehen. Wenn Du heute noch mit ihm zusammen ins Ziel kommen und unter 6 Stunden bleiben willst, dann musst du Dich ranhalten. - sage ich mir. Ich erhöhe das Tempo und spüre, dass ich noch viele Reserven habe. Erst nach 2 Kilometern erblicke ich Mirko in der Ferne. Es dauert einen weiteren Kilometer bis ich ihn endlich bei Kilometer 40 einhole. Ich schaue auf die Uhr. Für die letzten bergigen 3400 Meter bleiben uns nur noch 20 Minuten.

"Komm Mirko, wir müssen uns ranhalten, sonst wird das nix mit den 6 Stunden " - rufe ich ihm im Vorbeilaufen zu. Ich behalte mein gutes Tempo bei und "hetze" dem Ziel entgegen.

Die letzten beiden Berge kosten viel Zeit und Kraft. Die Marathon-Marke passiere ich nach 5:52:13. Ich erhöhe nochmal das Tempo. Kurz vor dem Ziel spornen mich Heike, Gerald und Henrik an, die schon seit 25 Minuten frieren und sehnsüchtig auf mich warten, da ihre Wechsel-sachen in meinem Auto sind. Ich passiere die Ziel-Linie in 5:59:59. Auf die Sekunde genau wie beim London-Marathon vor 24 Jahren (nur 3 Stunden langsamer) - denke ich und muss innerlich lachen, denn die Story mit dem London-Marathon hatte ich vorhin auf der dritten Runde Mirko erzählt. Sieger des 2. Roman Karczewski Gedenklauf wurde Jens Hoffmann (Foto). Wir gratulieren ihm herzlich. Ich übergebe ihm den HUT-Troll als Preis. Bei den Frauen siegte Heike Parthum (Foto weiter oben) - dies war ihr erster Marathon überhaupt. Dazu nochmal ein ganz besonderer Glückwunsch! Der 2. Roman Karczewski Gedenklauf (Heide Ultra Trail) ist Geschichte. Die dritte Auflage findet am 26.08.2018 statt. Danke an Alle, die teilgenommen haben. >> Ergebnisse >> Fotos

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