"Meine Erinnerung riß schlagartig ab..."

1. Südthüringentrail

09.09.2017

Bericht von Christian Kürten
Fotos: Zenon Karczewski

Am 09.09.2017 war es nun endlich soweit. Der, von unserem Troll Mirko und seiner Frau Tina vorbereitete und ausgerichtete, Trail rund um Suhl war geboren. Die Läufer konnten zwischen drei verschiedenen Strecken, dem Wichteltrail über gut 17 km, dem Riesentrail über 47,5 km und dem Heldentrail mit 64,9 km, wählen. Troll Zenon und ich wollten uns auf die Riesentrailstrecke mit 1.932 zu überwin-denden Höhenmetern wagen. Wir trafen uns bereits am Vorabend auf dem SIMSON Gelände in Suhl, auf dem die EXPO veranstaltet wurde. Aufgrund meiner verspäteten Anreise verpasste ich leider die Pasta Party. Vor Ort war aber mit Bierzelten und Verkaufsständen alles für eine gelungene Veranstaltung vorbereitet. Zenon und ich holten unsere Startunterlagen ab und trafen dort neben Mirko und Tina eine Vielzahl von Kollegen, die wir von anderen Veranstaltungen kannten. Bei einem Weizenbier wurden die Erfahrungen der letzten Läufe ausgetauscht und Zukunftspläne geschmiedet. Danach ging es in unser Hotel.

Am nächsten Morgen waren wir pünktlich zum Briefing durch Mirko wieder vor Ort und vor dem Start gab es noch einen warmen Tee. Um genau 7 Uhr erfolgte bei ganz leichtem Nieselregen der Start. Zenon und ich gingen den Trail sehr vorsichtig an, schon aufgrund der Ausschreibung wussten wir, was auf uns zukommen würde. Wir hatten uns beide für einen Lauf ohne Stöcke entschieden.


Unsere Erwartungen wurden auch nicht enttäuscht. Mirko hatte eine wirklich anspruchsvolle Strecke ausgesucht. Neben den zu überwindenden 1.932 Höhenmetern bergauf und dann auch wieder bergab war die Strecken-führung technisch sehr anspruchsvoll. Sobald man mal für gut 100 Meter auf einem normalen Waldweg laufen durfte, machte die Streckenführung sofort einen Knick um 90°. Wir mussten dann entweder einen steilen Hang gerade hoch oder einen Abhang gerade runter laufen. Flache, einfach zu laufende Streckenteile gab es so gut wie überhaupt nicht. Als besondere Schwierigkeit ist mir der Suhler Skihang, es soll der steilste Skihang Thüringens sein, in Erinnerung geblieben. Hoch sind Zenon und ich die grasige Piste ganz gut gekommen (Foto), unter dem Lift ging es dann einen geraden, sehr steilen Weg bergab(grosses Foto ganz oben). Gelaufen wurde die ganze Strecke im Thüringer Wald, in dem sich einige Schwierigkeiten boten. Teils mussten umgestürzte Baumstämme überquert werden, an anderen Stellen führte die Strecke durch Brennnesselfelder.

 

Es gab vier Verpfle-gungspunkte, die von netten Leuten betreut und mit reichlich Verpfle-gung ausgestattet waren. Hier war es möglich sich kurz von den Strapazen der Wege und dem schlechten Wetter, es war in den Höhenlagen nebelig und stürmisch geworden, zu erholen. Mit Zenon zusammen zu laufen hat mir wirklich gut gefallen. Man konnte sich wechselseitig immer wieder motivieren, auch verging die Zeit dadurch etwas schneller. Wir hatten das Ziel unter der großen Autobahnbrücke schon vor Augen, es waren nur noch drei Kilometer bergab zu laufen, als meine Erinne-rung an den Trail schlag-artig abreißt. Diese kam erst im Krankenhaus in Suhl zurück, als die Ärzte mich dort notversorgen wollten. Zenons Aussagen zufolge muss ich in der Bergab-Passage gestürzt sein. Nach erfolgter Erstversorgung auf der Strecke (Foto) wurde ich von der Bergwacht in das Krankenhaus von Suhl gebracht. Ich war wohl nicht bewusstlos, habe aber auch keine Erinnerung an den Sturz und das folgende Geschehen.

An dieser Stelle möchte ich Zenon und den anderen Helfern vor Ort noch einmal ganz herzlich für die mir zu Teil gewordene Hilfe danken. Der Südthüringen Trail ist ein technisch sehr anspruchsvoller Lauf, der, auch schon wegen seiner Höhen-meter, den Teilnehmern alles abverlangt. Der Trail ist einwandfrei organisiert, insbesondere ist die Strecke gut gekennzeichnet, so dass ein Verlaufen eigentlich ausgeschlossen ist. Hervorheben möchte ich noch einmal die Sicherheit der Läufer, die GPS-Tracker im Laufrucksack trugen, über die dem Veranstalter der Ort auf der Strecke bekannt war. Über Notfallnummern klappte die Zusammenarbeit mit der Bergwacht optimal, wovon ich dieses Mal profitieren konnte. Über besagtes System war es aber auch möglich, eine Vielzahl von Läufern abzuholen, die den Lauf aus anderen Gründen vorzeitig beenden wollten.

Der Südthüringen Trail wird sicher zu einer regelmäßigen Veranstaltung für Läufer, die sich auf einer ausgesprochen schweren Strecke versuchen wollen. Landschaftlich ist der Trail ebenfalls ein Erlebnis.

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